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Montag, 6. Dezember 2010

Von Nikolaus zu Nikolaus

Da heute Nikolaustag ist, wäre es unangebracht in diesem Blog nicht über den Hl. Nikolaus von Myra zu schreiben. Einige katholische Blogger und Webseiten haben schon einiges über ihn berichtet. Ich möchte mich in diesem Eintrag auf eine der Legenden aus dem Leben des Heiligen beziehen, nach welcher der Hl. Nikolaus bei einem Streit auf dem Konzil von Nicäa Arius geohrfeigt haben soll. Obwohl das geschilderte Ereignis nur eine Legende ist, bietet sie für mich (Nikolaus! J) nachträglich eine Gelegenheit, mich persönlich zu hinterfragen, inwieweit meine Entscheidungen in letzter Zeit im Sinne der Lehre christlich waren. Das bedeutet nicht, dass ich mir Fight Club-mäßig selber eine verpasse oder ein anderer christlicher Normalbürger (à Diese Gruppe von Menschen schwindet wohl immer mehr!) das Recht hätte, mir eine Watsche zu verpassen. Trotzdem sind solche Erzählungen oder manchmal – wie in diesem Kontext – auch Legenden im Hinblick auf die christliche Lehre noch immer ein guter Anlass zur Selbstüberprüfung.

Montag, 8. November 2010

Der Hl. Augustinus und die Frauen

Der katholischen Kirche wird ja in Bezug auf ihre Lehre über Sexualität viel vorgeworfen. Nicht gerade wenige Leute machen die Kirche außerdem für Frauenfeindlichkeit in der Geschichte und der Gegenwart verantwortlich. Dieser Vorwurf trifft auch den Hl. Augustinus. So sind seine Lehren in diesem Zusammenhang für manche Knallchargen – äh sorry, ich meinte – Personen Faktoren, die zu Ehe-Unglück und Hexenverfolgung führten. Ja, Sie haben richtig gelesen! Bei solchen Unterstellungen sollte man Experten zu Wort kommen lassen. Der erste dieser Experten ist Jean A. Truax mit seinem Artikel “Augustine of Hippo: Defender of Women’s Equality?”. Daraus werde ich den Abstract zitieren:   
„Dieser Essay stellt die allgemein anerkannte Ansicht über den Hl. Augustinus von Hippo als ein verbitterter zölibatär lebender Mann in Frage. Hiernach vermied er alle Kontakte mit Frauen, während er eine Theorie über Ehe und Sexualmoral konstruierte, die Frauen in eine untergeordnete gesellschaftliche Position verbannen würde. Obwohl Augustinus tatsächlich seine Kontakte mit Frauen nach seiner Konversion vorsichtig beschränkte, gebraucht der Autor des vorliegenden Essays sowohl Augustinus Schriftverkehr als auch seine theologischen Schriften, um festzustellen, dass der große Theologe eigentlich Wert auf die Freundschaft mit Frauen sowie ihre intellektuellen Fähigkeiten und ihre Teilnahme am Leben der Kirche wertschätzte. Seine theologischen Schriften enthalten zusätzlich viele Beispiele  seiner Versuche die Wirkung von biblischen Passagen zu mildern, die andere so gedeutet hatten, dass sie abfällig gegenüber Frauen waren. Der Autor kommt zu folgendem Schluss: Indem Augustinus die Sexualität der Frau von anderen Aspekten ihrer Persönlichkeit trennte, war er fähig die Anforderungen seines eigenen asketischen Lebens mit seinem unbestreitbaren Respekt und seiner Zuneigung für die aufrichtigen christlichen Frauen, die Teil seiner Gemeinschaft waren, zu verbinden“ (S. 279; meine Übersetzung à Der Artikel erschein im Journal of Medieval History 16 (1990) 279-299).
Die geschilderte Auffassung des Hl. Augustinus bietet meiner Meinung nach einen Schlüssel zum Verständnis der kirchlichen Lehre im Hinblick auf Sexualität. Ein weiterer verlinkter Artikel fasst zudem den Standpunkt des großen Kirchenlehrers bezüglich Frauen gut zusammen und antwortet auf die oben aufgeführten Vorwürfe.              

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Zanderfilet

Wahrscheinlich kennen viele katholische Blogger Hans Conrad Zander. Die meisten seiner Bücher über die Kirchengeschichte sind amüsant und einfach klasse. Im Folgenden wird ein Auszug aus seinem Buch Die emanzipierte Nonne: Gottes unbequeme Freunde präsentiert. Es geht passenderweise um den Hl. Filippo Neri.
Filippo Neri: Die Lust, fromm zu sein
„…Dieser Heilige hatte die wunderbare Fähigkeit, an drei verschiedenen Orten gleichzeitig zu sein. Heißt das, dass Filippo Neri einer von jenen komischen Heiligen ist, die die Menschheit zum Narren halten? Ja und nein. Über die Welt lustig gemacht hat er sich sein Leben lang. Aber ein echter Heiliger ist er trotzdem. Dafür gibt es einen unfehlbaren Beweis: Der Papst hat ihn heiliggesprochen. Und das hätte er bestimmt nicht getan, wenn es sich irgend hätte vermeiden lassen. Den größten Spaß hatte Filippo Neri nämlich daran, sich über den päpstlichen Hof lustig zu machen. Und das unter der Nase des Heiligen Vaters. Mitten in Rom.“ (9)

Wenn ihr weiterlesen wollt, folgt bitte diesem link. Leider ist der Text etwas unvollständig. Trotzdem gibt er einen lebendigen Einblick in das Leben dieses Heiligen. Das ganze Buch ist zwar älter, wurde jedoch im Jahre 2007 neu aufgelegt.