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Samstag, 18. September 2010

Westminster Cathedral und Hyde Park

Trotz der vielen Unterschiede zwischen dem jetzigen Staatsbesuch von Papst Benedikt XVI und der Papstreise von Johannes Paul II im Jahre 1982, gibt es einige Parallelen. So zelebrierten der frühere Pontifex sowie sein Nachfolger die Heilige Messe im Bellahouston Park der schottischen Stadt Glasgow und der katholischen Westminster Cathedral von London. Der Ende des 19. Jahrhunderts eröffnete Park war mir bisher keine Zeile in den Einträgen wert. Weil mir die Beschreibung der anderen Lokalitäten auf der Papstreise wichtiger war, habe ich den Bellahouston Park vernachlässigt, was allerdings nicht die generelle Bedeutung des Parks schmälern soll (à Hier fand u. a. die Empire Exhibition im Jahr 1938 statt.). Außerdem werde ich nichts zu den Gesprächen zwischen dem Papst und den hohen Regierungsvertretern im Haus des Erzbischofs in Westminster schreiben. Zu den anderen heutigen Stationen des Papstes – Westminster Cathedral, der St Peter's Residence for the elderly und dem Hyde Park – möchte ich aber einige Sätze verfassen.   
Die Westminster Cathedral wurde in den Jahren 1896-1903 erbaut, nachdem Cardinal Manning im Jahre 1884 das dafür vorgesehene ehemalige Gefängnisgrundstück erworben hatte. Man hat mit der Grundsteinlegung die Kathedrale dem Heiligen Blut Christi und außerdem der Gottesmutter, dem Hl. Joseph und dem Hl. Petrus geweiht. Weitere Patronen sind St Augustine, St Patrick und alle britischen sowie irischen Heilige. Hier könnt ihr noch andere Informationen zur Geschichte und zur Architektur erfahren. Schöne Bilder sind auch zu sehen!
Wenig muss man über The Little Sisters of the Poor der St Peter’s Residence for the elderly (à Das alte Gebäude wurde im Jahr 1984 durch ein neues ersetzt.) sagen. Sie erfüllen seit 1851 in England bzw. seit 1863 an diesem Ort in London (Vauxhall) eine der ehrwürdigsten Aufgaben, indem sie sich um die verarmten älteren Menschen kümmern. Deshalb werde ich nun zum Hyde Park kommen. Der an den Kensington Gardens angrenzende Hyde Park hat eine Fläche von über 1,4 km und ist damit einer der größten Parks im Zentrum der englischen Hauptstadt. Henry VIII nutzte dieses von den Kanonikern in der Westminster Abbey abgekaufte Grundstück als Jagdrevier, bevor es in der Stuart-Dynastie zu einem öffentlichen Park erklärt wurde. In dem durch den Fluss Serpentine getrennten Park kann man auch die Speakers’ Corner aufsuchen, wo „normale“ und skurrile Leute über ein beliebiges Thema reden, debattieren oder streiten dürfen. Übrigens war in einem Teil des königlichen Parks oder in seiner Umgebung die berüchtigte Hinrichtungsstätte Tyburn (à Z.B. Edmund Campion erlitt dort das Martyrium). Heute Abend hat Papst Benedikt im Hyde Park eine Gebetswache für Kardinal Newman (1801-1890) gehalten. Der zum katholischen Glauben konvertierte Engländer wird morgen selig gesprochen.                

Donnerstag, 16. September 2010

St Columba und Nessie

Sehr wichtige Heiligen im (vor-)mittelalterlichen Schottland sind St Columba, St Ninian, St  Adomnan und St Kentigern. Nach der Überlieferung brachte St Ninian, der angeblich einen keltischen Hintergrund hatte und in Rom instruiert worden war, das Christentum im 4. oder 5 Jahrhundert hauptsächlich zu den keltischen Pikten im heutigen Süden Schottlands. Dort gründete er eine Kirche. Diese wurde Candida Casa (‚weißes Haus’) genannt und wurde später als Kathedrale, Kloster und Bischofsitz bekannt. Im 6. Jahrhundert kam dann laut der Überlieferung St Columba von Irland aus nach Schottland und etablierte auf der Insel Iona ein Zentrum des Mönchtums. Er ist schließlich als „Apostel der Pikten“ in die Geschichte eingegangen. In seiner Historia Ecclesiastica Gentis Anglorum gibt der berühmte angelsächsische Mönch und Gelehrte Beda der Ehrwürdige einige Informationen über ihn an, wobei das wichtigste Werk über diesen Heiligen zweifellos St Adomnan’s Life of Columba ist. Letzteres Werk schildert außerdem eine erwähnenswerte Situation im ‚Land der Pikten’, die wahrscheinlich die Legenden um das berühmte Monster von Loch Ness inspiriert hat: Am Fluss Ness berichteten manche Einheimische St Columba von einem Seeungeheuer, während sie den verstümmelten Leichnam eines von dem Monster getöteten Kameraden beerdigten. Einen anderen Schwimmer rettete allerdings St Columba vor dem Ungeheuer, indem er in die Luft ein Kreuz zeichnete und ihm befahl zurückzuweichen. Die Anwesenden staunten anschließend über diese Tat.                

Holyrood

Die erste wichtige Station von Papst Benedikt XVI ist Holyrood. In diesem Stadtteil der schottischen Hauptstadt Edinburgh befindet sich die Ruine der Holyrood Abtei. Sie wurde vom schottischen König David I im Jahre 1128. Der Grund dafür wird durch folgende Legende gegeben: Am Tag des Festes des Heiligenkreuzes des Jahres 1127 befand sich König David auf der Jagt und wurde dabei von seinem Pferd abgeworfen, als er auf einen Hirsch stieß. Das anstürmende Tier konnte ihn aber nicht töten, da plötzlich auf wundersame Weise ein heiliges Kreuz erschien und ihn rettete. Zum Dank ließ er danach an dem Ort dieser Erscheinung die Abtei für die Augustiner errichten. Den Name Holyrood (dt: Heilig-Kreuz) der Abtei und des Stadtteils kann man darüber hinaus natürlich auf dieses Ereignis zurückführen.
Im Laufe der Jahrhunderte diente die Abtei u. a. auch als Gebäude für Sitzungen des schottischen Parlaments. Der Holyrood Palace nebenan wurde erst später erbaut und ist heute die Residenz für den britischen Monarchen. Hier trifft der Papst dort während seinem Besuch in Großbritannien auf die Queen. Während der Palast immer noch als Residenz für den britischen Monarchen dient, ist die Abtei nur noch eine Ruine, die in der Vorreformatorischen Zeit und nachher häufig Opfer von Vandalismus wurde. Später scheiterten auch Versuche die Abtei zu restaurieren.